apt-get vs. aptitude

  • zu diesem thema findet man ja allerhand beitraege, nur sind die meisten nicht mehr aktuell. mich wuerde es interessieren, ob es aktuelle gruende gibt, warum man aptitude bevorzugen sollte. debian raet ja zu aptitude, ubuntu bevorzugt eher apt-get. der einzige grund der imo wirklich fuer aptitude sprach war, dass verwaiste pakete beim deinstallieren besser ausfindig gemacht werden konnten (zusaetzliche schicht bei aptitude). laut meinen informationen wurde dieses manko aber in neueren (ubuntu) versionen bei apt-get ausgemerzt.

    schlussfolgerung: auf debian-systemen ist aptitude _noch_ die bessere wahl bis "autoremove" in debians apt-get einzug gehalten hat, bei ubuntu ist apt-get nicht schlechter als aptitude. so weit richtig?

    es gibt natuerlich "vorteile" bei aptitude, die mir persoenlich unwichtig sind wie:
    *) ncurses gui: brauch ich nicht, "apt-get install -s $FOO" reicht mir. vielleicht habe ich zu lange mit gentoo-portage und bsd-ports gearbeitet um den vorteil einer gui zu erkennen...
    *) "search" ist integriert(er): toll, ich kann aber "apt-cache" bedienen.
    *) angaeblich besseres stdout-format auf der konsole. naja, hatte da mit apt-get nie probleme.
    *) es ist langsamer als apt-get ;)

    hab ich vorteile uebersehen, oder gehoeren die wirklichen vorteile von aptitude der vergangenheit an?

    Willfähriges Mitglied des Fefe-Zeitbinder-Botnets und der Open Source Tea Party.

  • Es gibt ja, AFAIK, nichts, was apt-get kann, das Aptitude nicht kann. Warum sollte man also nicht Aptitude als Drop-In-Replacement für apt-get verwenden und sich der zusätzlichen Vorteile erfreuen?

    Geschwindigkeitsprobleme hab ich mit Aptitude noch nie festgestellt, und die grafische Oberfläche kann grad bei Konfliktlösungen sehr hilfreich sein. Ist aber natürlich für den normalen Betrieb völlig unnötig.

    Das "Problem", dass Aptitude automatisch die Recommended Packages mitinstallierst, kann man ja leicht umgehen, indem man den "-R"-Switch verwendet, irgendwo in /etc/apt/apt.conf.d/ einen Schalter umlegt oder die Einstellung über die grafische Oberfläche macht (Ctrl-T -> Options).

    Mir stellt sich also eher die Frage "Warum nicht Aptitude?" Es ist moderner, kann noch mehr, löst Abhängigkeiten besser auf und bietet mehr Komfort. Für mich als Admin sind das ganz gute Gründe :)

    Restrain the specimen!


  • Das "Problem", dass Aptitude automatisch die Recommended Packages mitinstallierst, kann man ja leicht umgehen, indem man den "-R"-Switch verwendet, irgendwo in /etc/apt/apt.conf.d/ einen Schalter umlegt oder die Einstellung über die grafische Oberfläche macht (Ctrl-T -> Options).

    das war im irc, nicht hier ;). dieser punkt spricht weder fuer noch gegen eines der tools, weil man es in beiden leicht aktivieren/deaktivieren kann. deshalb hab ich diesen punkt auch nicht erwaehnt.


    kann noch mehr


    naja, noch hast du mir keinen grund genannt, du sagtest nur, dass es nicht weniger kann.


    löst Abhängigkeiten besser auf

    da hab ich bisher beispiele in beide richtungen gesehen, also wo einmal apt-get und einmal aptitude gscheit daneben haut. imo, war der vorteil von aptitude doch immer das deinstallieren und nicht das installieren. mir ist es auch noch nie passiert, dass apt-get beim aufloesen etwas falsch gemacht haette. also wo loest aptitude abhaengigkeiten besser auf?

    und bietet mehr Komfort.

    wo ist der genau? die einzigen zwei punkte sind "search" und "gui", beide finde ich nutzlos.

    Willfähriges Mitglied des Fefe-Zeitbinder-Botnets und der Open Source Tea Party.

  • das war im irc, nicht hier ;). dieser punkt spricht weder fuer noch gegen eines der tools, weil man es in beiden leicht aktivieren/deaktivieren kann. deshalb hab ich diesen punkt auch nicht erwaehnt.


    Stimmt, wollte es nur der Vollständigkeit halber erwähnen :)

    Zitat von Kampi


    wo ist der genau? die einzigen zwei punkte sind "search" und "gui", beide finde ich nutzlos.


    Naja so gesehen hat Aptitude für dich vermutlich wirklich keine Vorteile zu bieten. Ich mags etwas komfortabler und verwende auch die GUI ganz gern; das Suchen geht schneller und man sieht schneller und einfacher die Beschreibungen, Abhängigkeiten und Suggests der diversen Pakete. Auch steht bei virtuellen Paketen dabei, welche echten Pakete die Funktionalität bereitstellen. Ich schätze ich mags, dass viel Information auf einen Blick und ziemlich übersichtlich dargestellt wird.

    Letzteres wird übrigens auch von "aptitude show paketname" geleistet, das entsprechende Äquivalent von apt-cache kann, soweit ich grad gesehen hab, mit virtuellen Paketen nichts anfangen. "Search" und "GUI" sind für mich ziemlich brauchbare Vorteile von Aptitude, vor allem, wenn man gelernt hat, effizient damit umzugehen. Aber das gilt wohl auch für apt-get :)

    Restrain the specimen!

  • Das Problem ist aber wohl, dass man da nicht so einfach vom einen aufs andere umsteigen kann, oder?
    Hab zumindest immer wieder gelesen, dass, wenn man sowohl aptitude als auch apt-get verwendet (hat), es zu Konflikten bei den autoremove Paketen kommen kann. Ist da was dran?

  • Bei Sidux fällt die Wahl leicht:

    Zitat von Sidux-Manual


    NEVER DIST-UPGRADE [or UPGRADE] with adept, synaptic or aptitude

    Package managers like adept, aptitude, synaptic and kpackage are not always able to account for the huge amount of changes which happen in Sid (depedency changes, name changes, maintainer script changes, ...). That's not the fault of the developers of those tools though, they write a excellent tools and fabulous for the debian stable branch, they are simply just not suitable for the very special needs of Debian Sid.

    Wobei Sidux natürlich ein Spezialfall ist, da wird ja auch dringend empfohlen in den runlevel 3 zu wechseln, wenn man upgraded. Das geht aber mit smxi eh alles automatisch.

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