Zugangsbeschränkungen - with a twist

  • Diese Idee ist eigentlich von meiner Freundin... Gestern Abend war der Rektor der WU Wien und die Vorsitzende der ÖH auf ZiB 24 und das Hauptthema waren Zugangsbeschränkungen (diese Wort ist echt schwer zu schreiben, lol). Die Idee meiner Freundin: Für Leute mit einem gewissen Notendurchschnitt (sagen wir Mal 2,75) gibt es keine Aufnahmeprüfung. Alle anderen müssen dann eine Aufnahmeprüfung machen. Ich finde dies sehr fair und überhaupt nicht außer Ordnung.

    Was haltet ihr davon?

  • was mir spontan dazu einfällt:
    schwierigkeiten könnten beim vergleich unterschiedlicher schultypen miteinander auftreten. notenschnitt ahs != notenschnitt htl != ...

    "ich bin so kluk. K-L-U-K"
    (Homer Jay Simpson)

  • Welchen Notendurchschnitt meinst du? Gym/HTL/HAK-Maturazeugnis? Wenn ja, sehr schlechte Idee, da jede Schule andere Schwerpunkte/anderes Niveau haben und deshalb solche Notendurchschnitte überhaupt nicht zu vergleichen sind. Außerdem: Nehmen wir mal an jemand verhaut sich durch seine Turn/Religions/Whatever-Note den Schnitt, ist das dann wirklich aussagekräftig?

    Aufnahmetest sind aber genauso blöd, denn da hat man durch die unterschiedliche Schulbildung unterschiedliche Voraussetzungen, denke nicht, dass ich da als Gym-Typ irgendeine Chance gehabt hätte gegen HTL-Leute, die manche Sachen die da wahrscheinlich gekommen wären schon jahrelang in der Schule gehabt haben.

    Bin mal so frech und sag die beste Lösung sind (humane) KO-Prüfungen. Da sieht man dann schon, wer sich reinhhängt, und wer nur das Studium macht, weils en vogue ist....(Stichwort EPROG oder Algodat 1, da sieht mans eh schön, mMn darf man als ernsthafter Informatiker da eigentlich ned durchfallen)

  • Der Vorschlag wär vielleicht eine Lösung für das Problem "zu viele Studierende". Das stellt sich aber nur wegen dem Problem "zu wenig Geld". Anstatt aber beim Geld sinnvoll umzuschichten, will man bei den Studenten umschichten, und da stellen sich eben die zwei Probleme:
    a) gibt es in Österreich eben zu wenige Studenten
    b) gibt es keinen vernünftigen Maßstab außer recht willkürlichen Tests, um so eine Umschichtung vorzunehmen

    Sinnvoller wärs, man würde eben endlich all die Sachen streichen, die im wesentlichen nur sinnlos Geld verbrennen, z.B. das Bundesheer, die Bundesländer und zahlreiche Förderungen für verschiedenste Vereine. Obwohl jeder den Standardsatz kennt, dass der leichte Weg praktisch immer ins Verderben führt, gibt es einfach viel zu viele, die bei "Universitäten vs. Verwaltungsreform" den leichten Weg gehen wollen...


  • a) gibt es in Österreich eben zu wenige Studenten


    Diese Aussage kann man mMn nicht pauschalieren, ich kann mir nicht vorstellen, dass Österreich wirklich all die Studenten in den überlaufenen Studienrichtugen gebrauchen kann. Denke viel mehr die Aussage "Österreich hat zu wenig Studenten in machen Studienrichtungen" ist da richtiger. Oder lieg ich da falsch und wir brauchen wirklich den X. BWLer oder Kommunikationswissenschaftler oder whatever?

  • Ja, selbst in der Informatik hab ich eher das Gefühl, dass man für einen sehr großen Teil der ausgeschriebenen Jobs überqualifiziert (oder eher falsch-qualifiziert) ist und z.B. ein HTLer mit etwas Berufserfahrung und paar Ausbildungen ala SCRUM-Master & co. besser geeignet wäre. Ob man 7000 Studienanfänger an der WU braucht.. und ob die Leute das alles machen, weil sie aus Überzeugung und Idealismus studieren wollen und nicht nur weils nix anderes wissen oderweil man damit hoffentlich gscheit Geld verdienen kann... sei mal dahingestellt ;).

    Am ehesten finde ich auch, dass man an den Ruf einiger Studien arbeiten sollte und andere nicht so gottgleich-elite-mäßig darstellen (Medizin, Jus..).
    Wenn ich mir ansehe, in manchen Ländern ist man z.B. als Computer Scientist jemand Respektables :).
    Bei uns ists eher so "Joystickwixer" oder Computertrottel. Wobei sich das mit den nächsten Generationen sicher etwas ändern wird und Informatik-Studenten gibts ja inzwischen auch haufenweise.

    Allgemein hab ich den Eindruck, dass die Leute nicht so begeistert sind, wenn man erzählt, dass man was Technisches studiert. Aber kaum heissts Jus oder Medizin.. "woooow".
    Naja, wenn ich mit meinem medizinischen Informatik daherkomm, ists sowieso immer am schlimmsten.
    Entweder ist man ein Mediziner light, also quasi ein vereinfachtes Medizin-Studium, oder man ist sowieso irgendwas Komisches;).

    Verfahrenstechniker werden gebraucht, können super verdienen und persönlich fänds auch sehr interessant. Aber i.A. kann sich doch kein Mensch was drunter vorstellen.

    Naja und würden wir die ganzen Resourcen die wir dafür verschwenden, uns selbst besser als andere darzustellen (Marketing?) und mehr zu verdienen, für sinnvolle Dinge verwenden, wären wir sowieso schon ganz woanders. Aber das ist unrealistischer Idealismus. Solang Menschen so sind, wie sie sind, wird man halt Marketing-Typen und Anwälte brauchen..
    vermutlich wären Burnouts und Stressbeschwerden auch ein kleineres Problem, wenn nicht jeder zweite reich werden möchte und deshalb 60 Stunden statt 50 wie sein Konkurrent arbeiten würde.. worauf dieser 70 arbeiten muss, worauf dieser... oh und natürlich können wir uns dann keine Angestellten auch mehr leisten, wozu auch? Lieber die eine Hälfte arbeitslos und hat dafür vielleicht Familie und Freunde.. und die andere arbeitet 80h+-Wochen und benötigt sonst nichts.


    Achja, hätten wir die Schulnoten hergenommen, hätte ich vermutlich nie was Technisches studieren dürfen aufgrund meiner Mathe-Noten. Und wer mich kennt weiß schon, dass ich nicht der schlechteste Student bin.
    Aufgrund meiner Religionsnote htäte ich auch fast Probleme bekommen, in die HTL zu kommen damals, weil unsere Reli-Lehrerin uns fertigmachen wollte. Zum Glück bin ich ausgetreten damals...

    Und selbst an der Uni werden Noten teilweise ja auch sehr willkürlich verteilt...

  • was mir spontan dazu einfällt:
    schwierigkeiten könnten beim vergleich unterschiedlicher schultypen miteinander auftreten. notenschnitt ahs != notenschnitt htl != ...


    Ja klar, aber dafür könnte man z.B. nur diejenigen Fächer zu einer Gesamtnote zählen, die jeder in der Schule macht? Oder für jede Schule, andere Voraussetzungen. z.B. für eine leichtere Schule (sagen wir mal ein normales Gymnasium) würde man eine höhere Durchschnittsnote brauchen und für schwierige dann nicht. Dann falls du wirklich eine schlechte Note hast (ein Fach wird nicht deinen gesamten Notendurchschnitt verhauen), gibt es eben die Aufnahmetests, die für einen normalen Menschen ohne Vorkenntnisse bedacht sind. Ich glaube, dass so ein System mehr als fair wäre...

  • Oder lieg ich da falsch und wir brauchen wirklich den X. BWLer oder Kommunikationswissenschaftler oder whatever?


    Auch, wenns abgedroschen klingt: am wichtigsten für die Gesellschaft ist imho mal das Mindset, das man als Student bekommt. Abgesehen davon weißt du nie, welcher der Kommunikationswissenschaftler nachher Taxi fahren wird und wer sein Gebiet revolutionieren wird.

    Ja klar, aber dafür könnte man z.B. nur diejenigen Fächer zu einer Gesamtnote zählen, die jeder in der Schule macht? Oder für jede Schule, andere Voraussetzungen. z.B. für eine leichtere Schule (sagen wir mal ein normales Gymnasium) würde man eine höhere Durchschnittsnote brauchen und für schwierige dann nicht. Dann falls du wirklich eine schlechte Note hast (ein Fach wird nicht deinen gesamten Notendurchschnitt verhauen), gibt es eben die Aufnahmetests, die für einen normalen Menschen ohne Vorkenntnisse bedacht sind. Ich glaube, dass so ein System mehr als fair wäre...


    Wenn in deiner Skala bei "mehr als fair" unfair liegt, dann ja. Noten sind in Österreich nämlich einfach ziemlich schlecht vergleichbar. Und standardisierte Tests sind wenig aussagekräftig. Wenns außerdem nur um Fairness gehen soll, warum dann nicht einfach auslosen? Da hätte jeder die gleichen Chancen...
    Aber noch einmal: du suchst nach einer Lösung für das falsche Problem.

  • ich halte von zugangsbeschränkungen, egal welcher art, überhaupt nichts. ich finde, dass man wo ganz anders ansetzen muss.
    ich sehe das problem so:

    1) unis haben zu wenig geld und zu viele stundenten.

    Lösung: etwas mehr geld muss her von der regierung. immerhin verdienen studenten, wenn (!) sie einmal abschließen, durchschnittlich mehr als derjenige, der keinen uniabschluss hat. Daher sollte man auch etwas in unis investieren

    2) es gibt keinen platz für so viele studierende

    da sehe ich im grunde schon ein, wieso man nicht mehr platz machen kann, WEIL...
    ich finde, dass viel besser der platz, den es jetzt gibt, geregelt werden sollte. Wenn ich mir anseh wieviele studenten inskribieren und nach 1-2 semester wieder aufhören, weil es nichts für sie is, glaub ich schon, dass es keinen platz gibt (das weiß auch jeder, der im ersten semester in den ersten wochen in vorlesungen gegangen ist)
    lösung: siehe weiter unten bei 3)

    3) zu viele studenten brechen das studium ab, für die gibts dann kein geld für die unis

    ja, das ist wirklich ein problem. man sollte sich fragen, wieso diese studenten abbrechen. ich kann es jetzt nur von kollegen sagen, die abgebrochen haben.. sie haben sich einfach etwas ganz anderes vorgestellt... und wenn jetzt wieder jemand kommt mit: dann muss man sich eben den studienplan durchlesen: das machen vielleicht 1% aller personen, die ein studium beginnen .. sicher nicht mehr. ich finde, dass jugendliche in höher bildenden schulen auf eine uni vorbereitet gehören, indem klassenvorstände und andere lehrer das unisystem erklären und ihnen offenlegen, was auf welchen unis angeboten wird. dafür braucht man aber engagierte lehrer. schaffbar wäre es auf alle fälle. wenn man mit den schülern dann noch zu tag der offenen türen von unis in der umgebung fahrt, kann man auch mit studenten sprechen, die einem das unileben und LVAs erklären..
    ich denke, dass man nur so das problem mit kein platz und zu viele studenten vs zu wenig abschlüsse in den griff kriegen kann.

    zugangsbeschränkungen sind doch nur da, damit man nichts am system herumschrauben muss. einfach nur stur die besseren auswendiglerner und schnellschreiber zu nehmen ist doch auch nicht sinnvoll...


    4) überlaufene studienrichtungen
    ... hat es immer schon gegeben. ich kann doch auch aus interesse studieren ohne danach einen job in dieser richtung annehmen zu müssen. ich weiß allerdings nicht wie es mit den psychologiestudenten oder publizistikstudenten aussieht, ob da auch nur in den ersten paar semestern so viele beginnen und dann aufhören oder ob die wirklich alle abschließen..

    wenn wir aber schon bei überlaufenen studienrichtungen sind, was is mit studienrichtungen, die kein schwein interessiert?
    eine bekannte von mir studiert byzantinistik.. hat ganze 5 studenten pro jahr, die neu inskribieren. was man damit machen soll? Keine ahnung, aber das gibts auch. wenn man also nach oben beschränkt, müsste man auch nach unten beschränken und studienrichtungen mit weniger als 20 neustudenten pro jahr abschießen (ach ja, data engineering lässt grüßen) - war auch eine fehlentscheidung..

    :cheer: manamana :dance: düdüdüdüdü :trampolin: :cheer:

    Einmal editiert, zuletzt von Venefica (8. Juli 2010 um 18:43)

  • Zugangsbeschränkungen über Durchschnittsnoten (á la numerus clausus in Deutschland) halte ich für völlig unfair. Zum einen, wie schon angemerkt wurde, weil nicht nur die Schultypen, sondern auch die jeweiligen Schulen miteinander nicht vergleichbar sind. Zum anderen, weil ein guter Schüler nicht automatisch ein guter Student sein muss.

    An der WU gibt es meines Wissens ab dem nächsten Semester eine Regelung, dass man vier bestimmte LVAs absolvieren muss, bevor man irgend eine andere LVA machen kann. Wenn schon Zugangsbeschränkungen, dann halte ich dieses System für gerechter. Die Leute, denen dieses Studium doch nicht zusagt, kommen somit schon im ersten und nicht erst im fünften Semster drauf, dass sie BWL eigentlich gar nicht interessiert.


  • 2) es gibt keinen platz für so viele studierende

    Wenn man jetzt rein auf das Hörsaal-Gejammer eingeht:
    Warum dann nicht endlich anfagen den ganzen Mist als Videos online anzubieten. Vermutlich würden dann mal 70% der Studenten nicht mehr kommen.
    Wenn ich an Statistik denke: Da wurde eh am Anfang gesagt: Nach paar Vorlesungen ist genug Platz im Saal ;).
    Dann müsste man die ganze Bürokratie vernünftig lösen, an der TU geht das oft ja sehr gut (online anmelden, automatisierte Scripts für alle möglichen organistatorischen Aspekte). Statt Zettel durchgeben lassen wo jeder seine Daten draufschreibt und das dann irgendwer eintippen muss, wie das Mediziner gern machen obwohl eh alles digital vorliegt.

    Wenn man dann in den ersten Semestern hauptsächlich Vorlesungen in den Plan wirft und LVA die sehr wenig Betreuung benötigen (was bei anderen Studien vermutlich schwieriger ist als in der Informatik wo man teilweise Bewertungsbots anwerfen kann), dann ist man sicher bald einen Haufen Studenten los, die bemerken, dass der Stoff sie eigentlich nicht wirklich interessiert.

    Wer kennt das schließlich nicht? Theoretisch ist fast alles interessant. Tatsächlich damit beschäftigen ist oft anstrengend und unlustig.

    Und einen Haufen Prüfungen ansehen ist jetzt ja nicht sooo schlimm. Wenn ich denke, wir waren bei distributed systems immer schnell durch mit ~600 Prüfungen.

    Vielleicht ist der Uni-Betrieb allgemein schon etwas veraltet? Warum betet Jahr für Jahr ein Typ vorne das selbe Zeug runter ohne auf das Publikum einzugehen oder den Stoff anzupassen? Da reicht ein Video genauso aus.

    Wenn ich mir z.B. Daten- und Informatikrecht ansehe - das war imho sehr gut organisiert. Und die Lawcasts fand ich super nützlich. Ins Bett legen vorm Schlafengehen, Kopfhörer auf und zum Einschlafen anhören..

    Wichtiger ist aber vermutlich sicher der nächste Punkt.


    3) zu viele studenten brechen das studium ab, für die gibts dann kein geld für die unis

    ja, das ist wirklich ein problem. man sollte sich fragen, wieso diese studenten abbrechen. ich kann es jetzt nur von kollegen sagen, die abgebrochen haben.. sie haben sich einfach etwas ganz anderes vorgestellt... und wenn jetzt wieder jemand kommt mit: dann muss man sich eben den studienplan durchlesen: das machen vielleicht 1% aller personen, die ein studium beginnen .. sicher nicht mehr. ich finde, dass jugendliche in höher bildenden schulen auf eine uni vorbereitet gehören, indem klassenvorstände und andere lehrer das unisystem erklären und ihnen offenlegen, was auf welchen unis angeboten wird. dafür braucht man aber engagierte lehrer. schaffbar wäre es auf alle fälle. wenn man mit den schülern dann noch zu tag der offenen türen von unis in der umgebung fahrt, kann man auch mit studenten sprechen, die einem das unileben und LVAs erklären..
    ich denke, dass man nur so das problem mit kein platz und zu viele studenten vs zu wenig abschlüsse in den griff kriegen kann.



    Also ich hab mich schon sehr genau mit dem Studienplan beschäftigt. ABER, viel hat mir das meiste nicht gesagt, auch mit den Beschreibungen.
    Insofern denke ich auch, dass es nett wäre, in der Schule eventuell erstmal als Freifach eine.. Einführung für die Uni anzubieten.
    Bei uns an der HTL gabs schon ÖH-Besuche mit Infos übers Studium und das war sehr nützlich, allerdings ists in einer spezialisierten Schule natürlich einfach. Bei einem Gym bräuchte man ja eher fast eine Ringvorlesung aus diversesten Studienrichtungen :).

    Ich habe mir auch schon überlegt, mal bei meiner HTL anzufragen, ob ich mit Freunden eine Infostunde oder ein Freifach abhalten könnte über Spezialgebiete der Informatik.
    In der HTL habe ich noch nicht gewusst, dass es mehr gibt als Programmiererei.
    Überblick über mögliche weitere Gebiet wie AI, Computergraphik, Bildverarbeitung, Mustererkennung, Embedded Systems etc. (wobei manche HTLs das eine oder andere natürlich schon auch anbieten.. z.B. Legoroboter programmieren oder z.B. ich hatte ein OpenGL-Projekt).


    Allgemein also: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung.
    Man hat einfach kaum eine Vorstellung, wie die meisten Studien tatsächlich ablaufen. Dachte auch, ich werd im Informatik-Studium nur weitere 5 Jahre+ programmieren lernen.

  • Bin mal so frech und sag die beste Lösung sind (humane) KO-Prüfungen. Da sieht man dann schon, wer sich reinhhängt, und wer nur das Studium macht, weils en vogue ist....(Stichwort EPROG oder Algodat 1, da sieht mans eh schön, mMn darf man als ernsthafter Informatiker da eigentlich ned durchfallen)



    Ich stimme zwar generell dem Rest deines Posts zu, allerdings kann ich mir zwei Anmerkungen zu diesem zitierten Teil nicht ersparen (nicht böse nehmen ;)):

    1.) Wer entscheidet dann, was "HUMANE" KO-Prüfungen sind? (ehemalige HTL-Abgänger, die sich nicht in die Situation eines Gymnasiasten hineinversetzen können oder doch irgendwelche "Nerds"...) Als ehem. Gymnasiastin muss ich sagen, dass mich die Informationen, die ich vor Studienbeginn hatte, ziemlich im Stich gelassen haben. Es wurde nämlich gesagt, dass man "nicht wirklich Vorkenntnisse braucht", aber das diese natürlich nicht schlecht seien (okay, das ist ja klar ;)). Und dann kam ich auf die Uni und etwas ganz anderes war der Fall: Gerade EProg hat mich so sehr ins Schwitzen gebracht, dass ich wirklich überlegte, das Studium zu wechseln. Mein einziges Glück war eigentlich, dass ich relativ gut in Mathe bin, weshalb ich zumindest einige Matheprüfungen gleich abgehakt hatte. AlgoDat hätte ich ohne "Nachhilfe" in Programmieren garantiert nicht geschafft.

    Was ich mir deshalb wünschen würde: Kurse im Sommer, die man belegen kann, wenn man nicht von einer HTL kommt. Denn diese zweiwöchige (oder was weiß ich, wie lange die gedauert hat..) "Studienvorbereitung" ist mehr als wenig. Hat mir persönlich leider nichts gebracht... Wieder EProg als Beispiel: Da kamen Programmieraufgaben im Prolog, die für blutige Programmieranfänger echt ein Wahnsinn waren.

    Mir ist aber auch klar, dass das ganze wieder mit enormen Kosten verbunden wäre und die Frage ist natürlich auch, ob sich genug Schüler nach bestandener Matura dafür begeistern lassen würden.

    2.) Du sagst, man darf in "EProg und AlgoDat als ernsthafter Informatiker nicht durchfallen". Das kann eigentlich nur jemand sagen, der von einer HTL kommt (sorry, nichts für ungut...). Ich meine nämlich, dass die Uni dazu da ist, uns zu ernsthaften Informatikern auszubilden. Keiner kann bei LVAs aus den ersten zwei Semestern erwarten, dass man bereits "TOP" auf dem Gebiet ist.

    Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen und sagen, dass dieser (etwas abgewandelte) "numerus clausus"-Vorschlag leider ziemlich schief gehen würde. Es ist in der Tat sehr schwierig, einen Weg zu finden, um den Studienandrang ein wenig zu stoppen. Und alle bisher vorgeschlagenen Lösungswege führen momentan noch zur "Diskriminierung" gewisser Menschengruppen. Mmn müsste man Bildung bereits während der Schulzeit anders gestalten. Damit schon Schüler ein anderes Bewusstsein zum Lernen bekommen. De facto ist es aber sehr schwierig, eine Lösung in punkto Zugangsbeschränkungen zu finden, die allen Menschen gerecht wird. So wie es bei vielen Dingen ist.

  • 2.) Du sagst, man darf in "EProg und AlgoDat als ernsthafter Informatiker nicht durchfallen". Das kann eigentlich nur jemand sagen, der von einer HTL kommt (sorry, nichts für ungut...)


    Komme selbst von einem Gymnasium und hab in den beiden Fächern keine Probleme gehabt....wobei man sagen muss das wir einen "Informatischwerpunkt" im Gym gehabt haben a la bissal Delphi und Java blabla

    Finde schon, dass man sich das sonst aber auch selbst in den Ferien vor Studienbeginn zumindest Programmiergrundlagen selbstständig aneignen könnte/sollte, soweit muss man selbst sein und darf dann mMn nicht nur der Uni schuld geben. Man macht ja auch kein Sprachstudium, ohne vorher ein Wort der Sprache zu sprechen (wahrscheinlich kommt gleich irgendwer und sagt das ist ein schlechtes Beispiel ;) ). Was ich aber eher gemeint habe ist, dass es ja doch einige Leute gibt, die bei Grundstudiumfächern wie EProg oder Algodat 1 mehr als 1x durchfallen, und das kann dann mMn als Informatiker dann doch nicht der Anspruch sein....wenn ich weiß was mich erwartet, was ich lernen muss usw, da noch einmal durchzufallen...
    In die Richtung fällt auch irgendwie das Sudern das man hier im Forum oft findet über "schwere Fächer, die eh niemand braucht" Fächer wie zB TIL oder ETI: Informatik-Studium != Ausbildung zum Codemonkey der in 100 Sprachen programmieren kann und tolle Flash-Animation auf Websiten macht. Und das sollte man als Student auch selbst merken, dazu sind diese Fächer ja auch im Grundstudium...da kann die Uni dann nicht viel dafür, wenn solche Leute dann trotzdem weiterstudieren, obwohl das Studium dann wahrscheinlich nicht so geeignet für jemanden ist....ja, natürlich kanns mal ein Fach geben, in dem man aus irgendeinen Grund nicht so gut ist oder es nicht mag....aber ich stell hier mal die These auf, dass die Schnittmenge von Leuten, auf die zutrifft: "ETI/TIL/usw ist scheiße"+ "Mathe is ur schwer"+"gröbere Probleme in EProg oder Algodat" nicht soo klein ist

    Was ich im "Nachhinein" schon kritisieren muss ist, dass man in Schulen halt überhaupt nicht auf den "Stil" usw der Lehre auf einer Universität vorbereitet wird....hab in den ersten 2 Semestern einen fast 1 Grad schlechteren Notenschnitt als in den darauffolgenden Jahren, und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Stoff im TI-Studium mit höheren Semester wirklich um so viel leichter wird...

  • Finde schon, dass man sich das sonst aber auch selbst in den Ferien vor Studienbeginn zumindest Programmiergrundlagen selbstständig aneignen könnte/sollte, soweit muss man selbst sein und darf dann mMn nicht nur der Uni schuld geben. Man macht ja auch kein Sprachstudium, ohne vorher ein Wort der Sprache zu sprechen (wahrscheinlich kommt gleich irgendwer und sagt das ist ein schlechtes Beispiel ;) ).


    Schlechtes Beispiel! :D

    Und zwar, weil niemand über den Sommer eine Sprache oder Programmieren lernt. Komm auch aus einem Gymnasium mit Informatik Java/Delphi-Blabla, hatte daher mit den Fächern auch keine Probleme. Hab aber schon an anderer Stelle den Vorschlag geäußert, dass man - einmal machen die was gut - ähnlich der WU diese Kenntnisse voraussetzt, aber dafür halt einen zweisemestrigen, nicht zum Studium gehörenden Grundkurs anbietet, der einen im Schnellgang auf Maturaniveau bringt. Stimme dir aber zu, dass es etwas seltsam anmutet, wenn jemand Algodat 1 mehrmals nicht schafft...

  • Schlechtes Beispiel! :D
    Hab aber schon an anderer Stelle den Vorschlag geäußert, dass man - einmal machen die was gut - ähnlich der WU diese Kenntnisse voraussetzt, aber dafür halt einen zweisemestrigen, nicht zum Studium gehörenden Grundkurs anbietet, der einen im Schnellgang auf Maturaniveau bringt.


    Man könnte auch EProg bzw. AlgoDat aufteilen und 2x 2SWS aus 1x4SWS machen...ist vlt "entspannender", so könnte man im 1. Semester AlgoDat 1.1 und EProg 1 machen und im 2. dann AlgoDat 1.2 und EProg 2.

  • Schlechtes Beispiel! :D

    Und zwar, weil niemand über den Sommer eine Sprache oder Programmieren lernt.

    Das ist ein guter Punkt. An meinem Gymnasium hatte ich überhaupt nichts, was mit Informatik zu tun hat. Ja, man kann es nachlernen, aber Programmieren hat etwas mit viel viel viel Übung zu tun, da reicht es nicht, wenn man die Theorie halbwegs gut beherrscht (was über die Sommerferien ja definitiv möglich gewesen wäre). Ich selbst habe mir in den Sommerferien vor Studienbeginn ein wenig Theorie angeeignet (die ersten 200 Seiten von "Java ist auch eine Insel"), aber man glaubt gar nicht, wie schwer sowas ist, wenn man davor null Ahnung hatte. Ich möchte aber nicht, dass das ganze zu einer EProg/AlgoDat ist schei****-Diskussion ausbricht, finde diese Fächer nämlich sehr interessant. Wollte nur anmerken, dass die Uni bzw. die Fachschaften zumindest eine Art "Hinweis" geben sollten, dass es nicht schlecht ist, sich ein bisschen mit dem Programmieren auseinander zu setzen, bevor man zur Prüfung antritt. Dann spart man sich auch gleich ein negatives Zeugnis.

    Stimme dir aber zu, dass es etwas seltsam anmutet, wenn jemand Algodat 1 mehrmals nicht schafft...



    Seid froh, dass ihr es so leicht hattet, weil ihr vielleicht in diesem Punkt die "Weisheit mit Löffeln gefressen" habt, aber bitte kommt nicht mit solchen Aussagen. Ihr wisst genau, dass es genügend Leute gibt, die große Probleme mit AlgoDat haben (Habs selbst erst beim zweiten Antritt geschafft). Das wichtigste ist wohl, sich in diesen Dingen nicht unterkriegen zu lassen, auch wenn man es beim ersten Mal vielleicht nicht schafft ;) !

    Lg

  • Seid froh, dass ihr es so leicht hattet, weil ihr vielleicht in diesem Punkt die "Weisheit mit Löffeln gefressen" habt, aber bitte kommt nicht mit solchen Aussagen. Ihr wisst genau, dass es genügend Leute gibt, die große Probleme mit AlgoDat haben (Habs selbst erst beim zweiten Antritt geschafft). Das wichtigste ist wohl, sich in diesen Dingen nicht unterkriegen zu lassen, auch wenn man es beim ersten Mal vielleicht nicht schafft ;) !


    Sorry, das hab ich wohl falsch ausgedrückt. Mit "mehrmals" war eigentlich ohnehin eine Zahl zumindest >1 gemeint, aber mir ist bewusst, dass ich das trotzdem nicht hätte schreiben sollen. Entschuldigung. Ich weiß, dass es genügend Leute gibt, die sich am Anfang schwer tun, und ich finde, es sollte bessere und längere bridging courses für Leute geben, die noch die programmiert haben. Ist aber eigentlich offtopic und sogar eher eine Art Anti-Zugangsbeschränkung.

  • Was ich im "Nachhinein" schon kritisieren muss ist, dass man in Schulen halt überhaupt nicht auf den "Stil" usw der Lehre auf einer Universität vorbereitet wird....hab in den ersten 2 Semestern einen fast 1 Grad schlechteren Notenschnitt als in den darauffolgenden Jahren, und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Stoff im TI-Studium mit höheren Semester wirklich um so viel leichter wird...



    Wobei, wie?
    Irgendwann kommt dieser "Flash" ja immer. Bei mir wars eher in der HTL.. erstes Jahr im Halbjahr auf einigen Fünfern gestanden, gegen Ende hatte ich zeitweise zweitbesten Notenschnitt.
    Auf einmal dauernd irgendwelche Tests für die man 5-10 Minuten Zeit hat usw., nicht mehr in ganzen Sätzen antworten sondern Stichwörter, sonst geht sich die Zeit nie aus etc.
    Da fielen halt auch üblicherweise an die 50% der Schüler aus.

    Sobald man sich aber mal dran gewohnt hatte, wars nicht weiter schlimm und der Uni-Einstieg war für mich dann auch nicht so tragisch.

    Aber ob es jetzt so leicht möglich ist, eine sanft steigende Lernkurve in allen Schulen einzuführen? Sinnvoll wärs vermutlich schon.
    Aber in der HTL hab ich prinzipiell ganz anders gelernt als in den Schulen davor und an der Uni wieder ganz anders als an der HTL.
    Schon allein weil man im fixen Schulbetrieb keinerlei freie Einteilungsmöglichkeit hat. Da muss man halt in der gegebenen Zeit sehen was man hinkriegt, dagegen kann man sich an der Uni besser selbst einteilen, wieviel Zeit man sich für welche Prüfungen nimmt.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!