piraten schuldig gesprochen

  • ich hab da meinen eigenen standpunkt dazu... ich lade sowohl filme als auch mp3 runter. ich würde das system einfach ändern. bands stellen ihre werke zur verfügung (kostenlos oder minimale preise - nicht so horrende preise wie jetzt) und verdienen dafür mit ihren auftritten geld. Wenn man eine band sehr gerne hat, dann geht man wohl auch zu ihren auftritten - ich zumindest.

    Bei filmen ist es so, dass mir die ganzen dvds einfach gestohlen bleiben können. HD FTW! Da es aber immer so ultralang dauert bis hd fime auf den markt kommen, ist mir der film einfach schon wieder zu alt. nichtsdestotrotz geh ich trotzdem sehr sehr oft ins kino und seh mir filme dort an.

    DH die filmindustrie macht mit mir sowieso genug geld durch ein kino, dvds werd ich nie kaufen (erstens sind die hd filme nochmal teurer und die laufwerke dazu sowieso)

    manche bands würd ich bis heute nicht kennen und wäre wohl auch nie auf deren konzerte gegangen, wenn ich nicht deren musik zufällig runtergeladen hätte.

    momentan ist es so, dass ich bands, die ich unterstützen will, legal erwerbe (nicht durch cds, sondern mp3 kauf).
    bin aber noch immer der meinung, dass das system überarbeitet gehört, vorschlag siehe weiter oben

    :cheer: manamana :dance: düdüdüdüdü :trampolin: :cheer:

  • Grundsätzlich würde ich ja der Argumentation zustimmen, dass man als einfaches Verzeichnis, das ja auch für legale Zwecke genutzt werden kann, nicht für eventuellen illegalen Missbrauch bestraft werden sollte. D.h. wenn ein Computer aufgrund von Regeln zu entscheiden hätte, wär der Fall wohl klar. Jetzt ist die Aufgabe eines Gerichts aber auch die Wahrheitsfindung und Auslegung des Rechts abseits fixer Regeln a la "Wenn A dann B und sonst nicht". Und da kommt der Name ins Spiel: "The Pirate Bay" weist wohl ziemlich unmehrdeutig auf den gedachten Zweck hin. Das wär, als würde ich meine Partei NSÖAP (mit entsprechender Bedeutung der Abkürzung dazu) nennen und mich beschweren, warum sich alle aufregen, [irony]mein Parteiprogram ist doch ganz anders und eh demokratisch, nur halt ein bisserl national, und ein bisser sozial... und für Arbeiter, diesen Grundpfeiler der Gesellschaft, im besonderen gedacht[/irony].
    Selber Service, anderer Name - etwa "Torrent Library" oder sowas - wär imho schon was anderes (kommt drauf an, wie sie jetzt das Portal noch bewerben und beschreiben u.Ä.).

    Zur Kulturflatrate: Bin ich dagegen, weil ich vor allem Glaube, dass es keine Möglichkeit gibt, wie dieses Geld dann fair verteilt werden kann. Ich finde es einfach nur naiv, wie Herr Doctorow zu behaupten, nur weils bei ihm funktioniert, dass er seine Bücher gratis zum Download anbietet und trotzdem viel Geld mit deren Verkauf verdient, dass es bei allen funktioniert. Würdet ihr behaupten, dass es, nur weil das Dorf in den USA, bei denen jeder Haushalt eine Waffe zuhause haben MUSS, eine geringere Verbrechensrate hat als seine Umgebung, besser wäre, wenn das für alle Haushalte auf der Welt gelten würde?
    Ich hab wie gesagt bei noch keiner einzigen Forderung nach einer Kulturflatrate ein konkretes (geschweige denn vernünftiges) Modell zur Verteilung des Geldes gesehen. Wer macht das denn dann? Ein Amt? Aufgrund von welchen Daten? Reicht es, dass ich mich als "Kulturschaffender" deklariere. Muss ich einen gewissen Output nachweisen? Oder wird das anhand der Benutzung nach einem bestimmten Schlüssel verteilt? Wie wird diese Benutzung erhoben? Totale Überwachung aller Inhalte auf Anzahl ihrer Widergaben/Lesungen/... ? Abstimmungen?
    Das schöne am freien Markt ist ja, dass er ziemlich genau die Prioritäten der einzelnen Marktteilnehmer aufzeigt, ohne dass man dazu irgendetwas tun müsste. Wenn ich die Britney-Spears-CD lieber kaufe als die von Metallica, dann haben sich die an dieser CD beteiligten Menschen das Geld halt mehr verdient als die von allen anderen. Punkt. Was die Leute also eher wieder lernen sollten, ist, dass ihnen diese viele Musik und die vielen Filme einfach gar nicht zustehen, wenn sie nicht bereit sind, dafür Geld auszugeben - sollte das verlangt werden. Das gilt für alle Waren und Dienstleistungen. Wenn Flatrates so toll sind, könnte man ja versuchen, die Medienkonzerne dazu zu bringen, so etwas anzubieten.

  • und hey, was ist eigentlich mit diensten wie rapidshare und depositfiles? die hosten doch den content auf ihren servern, wo ist da die content industrie?

    Die Melden oft Verstöße, die Dateien werden dann gelöscht. Das Problem sind ja Dateien mit Passwörter, da ohne Passwort es oft schwer ist zu wissen was drinnen ist. Und gegen diese "Art" der Downloads geht die Industrie ja miterweile auch vor. Gibt auch schon einige Gerichtsbeschlüsse, die aber wie bei vielen Prozessen in der Richtung total weit auseinader gehen von "die können ja nichts dafür" bis über "ist fahrlässig, müssen etwas dagegen machen wenn sich jemand beschwert" bis hin zu "die haben die Dateien am Server, also sind die die Bösen".

    Mein Persönliches Problem ist mit dem Thema (sehe es hier auch wieder im Thread das andere es z.B. mit dem Gerichtsurteil haben), dass oft total unklar ist was legal ist, was nicht und so weiter. Was darf man z.B. runterladen, weitergeben, kopieren. Fragte man Juristen hört man oft total verschiedene Meinungen. Verfolgt man Gerichtsprozesse und deren Urteile ein wenig mit, sieht man ebenso das es da keine "Linie" gibt die irgendwie logisch ist, sondern mehr das Gefühl von "Willkür" erwecken.

  • 1) Wenn man es wirklich ganz genau nimmt, ist illegale Musik mMn auf jedenfall nicht Eigentum der Medienindustrie sondern des Künstlers


    Naja, dann darfst dich aber als Künstler nicht von einer Plattenfirma vertreiben lassen - es gibt da immer zwei Seiten. Wenn mans nämlich _wirklich_ ganz genau nimmt, ist das eine Vertragssache - das geistige Eigentum mag das des Künstlers sein, aber sobald er die Rechte/Pflichten des Vertriebs an eine Firma abgibt, kann diejenige gegen den illegalen Vertrieb vorgehen..

    ich hab da meinen eigenen standpunkt dazu... ich lade sowohl filme als auch mp3 runter.
    momentan ist es so, dass ich bands, die ich unterstützen will, legal erwerbe (nicht durch cds, sondern mp3 kauf)


    Mein System:
    Filme lad ich keine runter, Serien ab und zu - die, die ich mir wieder ansehen würde, kauf ich mir.
    Filme kauf ich auch, ich versuch aber auch oft ins Kino zu gehen (achja: kleine Kinos, nicht die MonstercinemegapleXXX).
    Das ist das nächste, das ich schade finde..., dass so viele Kinos zusperren müssen - drum versuch ich hald kleinere Kinos und auch Programmkinos da zu unterstützen, wär sehr schade drum.
    Musik lad ich runter, von Bands die mir sehr gut gefallen kauf ich die Platten - und auf Konzerte geh ich sowieso, nur werd ich da in Österreich ab und zu unterversorgt :D
    (ausser ich geh auf ein trotteliges Festival mit lauter schwitzend+stinkend 16jährigen)

    scheitern als chance

  • Bin ich dagegen, weil ich vor allem Glaube, dass es keine Möglichkeit gibt, wie dieses Geld dann fair verteilt werden kann.


    Das ist leider auch irgendwie richtig, es gibt atm kein bekanntes Modell das alle fair behandelt. mMn wäre es ja machbar das die Provider die Daten direkt von ihren Kunden erhalten, also die Kunden sagen was sie sich geladen haben. Das hat aber gleich mehrere Effekte.
    pro:
    - Man erhält mal wirklich aussagekräftige Charts
    - Man kann sich (wie sich nachher herausstellt) Bullshit laden ohne das die 'Ersteller' damit Geld verdienen.
    contra:
    - Man muss sich die Zeit nehmen das zu machen (wobei es anzunehmen ist das Software entwickelt wird die das Automatisiert)


    Wenn ich die Britney-Spears-CD lieber kaufe als die von Metallica, dann haben sich die an dieser CD beteiligten Menschen das Geld halt mehr verdient als die von allen anderen.


    Woher weißt du vor dem Kauf das die Britney Spears CD dir besser gefällt als die von Metallica.
    Beispiel: Hab mir im Sommer die CD von Queen + Paul Rogers gekauft, dabei ist mir auch die neue von Slipknot in die Hand gefallen. Im Endeffekt bin ich von der Queen + Paul Rogers mehr als enttäuscht und der zufällige Kauf von Slipknot hat mich total überzeugt.

    µC-Leitung

  • Wenn mans nämlich _wirklich_ ganz genau nimmt, ist das eine Vertragssache - das geistige Eigentum mag das des Künstlers sein, aber sobald er die Rechte/Pflichten des Vertriebs an eine Firma abgibt, kann diejenige gegen den illegalen Vertrieb vorgehen..


    Ja, aber nur weil sie das exklusive (wirklich exklusive, da kann der Künstler selbst auch nicht mehr was vertreiben) Recht zum Vertrieb bekommen, und dagegen können sie vorgehen. Aber Eigentümer ist weiterhin der Künstler

    Einen nicht exklusiven Vertrag bekommst meines Wissens nur bei Magnatune

    µC-Leitung


  • Zur Kulturflatrate: Bin ich dagegen, weil ich vor allem Glaube, dass es keine Möglichkeit gibt, wie dieses Geld dann fair verteilt werden kann.


    Mit der selben Begründung schaffen wir dann aber bitte auch die Urheberrechtwsabgabe ab. Die wird nicht nur nicht fair verteilt sondern auch unfair eingenommen.

    Aus 100% Apfelsaftkonzentrat. Kann Spuren von Nüssen enthalten.


  • Woher weißt du vor dem Kauf das die Britney Spears CD dir besser gefällt als die von Metallica.
    Beispiel: Hab mir im Sommer die CD von Queen + Paul Rogers gekauft, dabei ist mir auch die neue von Slipknot in die Hand gefallen. Im Endeffekt bin ich von der Queen + Paul Rogers mehr als enttäuscht und der zufällige Kauf von Slipknot hat mich total überzeugt.

    solche fragen hast du nicht zu stellen, du bist konsument. der cd-industrie ist es vollkommen egal ob sie dir gefaellt. du hast sie gekauft, damit ist fuer sie alles gut. 2*$ > 1*$

    Willfähriges Mitglied des Fefe-Zeitbinder-Botnets und der Open Source Tea Party.


  • - Man erhält mal wirklich aussagekräftige Charts
    - Man kann sich (wie sich nachher herausstellt) Bullshit laden ohne das die 'Ersteller' damit Geld verdienen.


    Das ist ungefähr so, als würdest du Umfragen statt einer wirklichen Wahl gelten lassen. Das Ergebnis ist abhängig vom guten Willen der Person, und außerdem ihrem Willen, zuzugeben, dass ihr dieses und jenes gefällt. Dadurch kann der Markt ganz schön verzerrt werden - und obwohl sich möglicherweise die meisten Leute einig sind, dass die Produzenten von "Schnappi", dem kleinen Krokodil dafür niemals Geld hätten sehen sollen, stand es ihnen einfach zu, denn die Nachfrage war da.

    Woher weißt du vor dem Kauf das die Britney Spears CD dir besser gefällt als die von Metallica.


    Ich muss sagen, ich bin in diesem Bereich etwas unkundig, weil ich eigentlich keine Musik höre, geschweige denn kaufe (hören also vielleicht im Radio, und meine Rundfunkgebühren sind bezahlt), aber ich sehe im Musikbereich vom Saturn so Hörstationen, wo man zumindest in die CDs reinhören kann. Für Computerspiele gibts Demos, für Filme Trailer, Kinos, Videotheken, für so ziemlich alles gibts Fachzeitschriften mit Tipps und Rezensionen, und dann bleibt mir halt noch das Risiko wie bei allen anderen Sachen des täglichen Lebens, wo sich herausstellt, dass mir das Schnitzel in diesem Restaurant doch besser geschmeckt hat als in jenem anderen...

    EDIT: Apfelsaft: Wenn du damit diese Abgabe auf CD-Rohlinge und Leerkassetten und wasweisichnoch meinst, ja, wär ich auch dafür. Überhaupt bin ich gegen alle staatlichen Eingriffe in diese Richtung, Subventionen u.Ä.. Wenn etwas so toll ist, dass es für genügend Leute wichtig ist, dann werden die auch dafür zahlen, wenn nicht, ist es nicht wert, erhalten zu werden.

    2 Mal editiert, zuletzt von fabs (18. April 2009 um 11:37)

  • Ja, aber nur weil sie das exklusive (wirklich exklusive, da kann der Künstler selbst auch nicht mehr was vertreiben) Recht zum Vertrieb bekommen, und dagegen können sie vorgehen. Aber Eigentümer ist weiterhin der Künstler

    Einen nicht exklusiven Vertrag bekommst meines Wissens nur bei Magnatune


    Naja, sag ich ja - wofür argumentierst du grad?
    Ich bin mal so frei und interpretiere rein, dass du denkst, dass alle Bindeglieder in dem System umdenken müssen. Unter anderem auch sämtliche Plattenfirmen, die flexiblere Verträge anbieten müssen.

    Aber wieso sollten sie das? Sobald sie sich etabliert haben, kommen die Bands eh reihenweise angekrochen.

    Ich hoffe aber, bald passiert das Umdenken auch schon bei Plattenfirmen - es gibt ja Bands die über diverse Plattformen (myspace, wwi) gehypet (unwort) wurden, und dann Verträge bekommen haben.
    In so einer Situation hast als Band bei den Vertragsverhandlungen natürlich ein besseres Leiberl.
    So idealistisch das jetzt auch klingen mag, ich glaub dieses Konstrukt an Plattenfirmen/Medienkonzernen etc. kann nur dann zum "Kniefall", also zu einem Umdenken, gebracht werden, wenn sowohl Konsumenten als auch Musik/Kunstlieferanten sich ein bisschen dagegen wehren - sie sind ja schließlich nicht mehr und nicht weniger als das Bindeglied zwischen Musiker und Musikkonsument.
    Es sind also mehr Musiker und Konsumenten gefragt, die flexibler agieren können.

    scheitern als chance

  • Ich glaub nicht, dass das mit der Musikflatrate so ein riesiges Problem wär. Bei den Kosten, die man sich erspart, wärs kein Problem, die Files auf einem Server zu lagern, der halt mitzählt, wie oft mans runtergeladen hat. Geht dann schon fast wieder in Richtung Musikshop-mit-Flatrate, aber wayne.

    Ohne Accounts ists halt schwierig, weil dann manche Fans vielleicht krampfhaft 100x das Lied von der Band vom besten Freund runterladen, aber das dürft wohl in den Millionen von Popstardownloads untergehn.

    In einen FBO rendern ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiß nie, was man kriegt.

  • aber ich sehe im Musikbereich vom Saturn so Hörstationen, wo man zumindest in die CDs reinhören kann.

    na klar, und ich soll stunden in etwas investieren das ich auch viel schneller und viel bequemer haben kann? sicher nicht mit mir.
    mein musik modell:
    ich lade potentiell interessante musik runter. gefaellt sie, bleibt sie auf der platte, wenn nicht, wird sie geloescht. mir eine musik-cd zu kaufen faellt mir im traum nicht ein. wie unterstuetze ich die kuenstler: konzerte + merch. ich wuerde mir wuenschen dass mehr bands einen donation-button auf der homepage haetten, da wuerde ich duraus geld rueber wachsen lassen.

    Willfähriges Mitglied des Fefe-Zeitbinder-Botnets und der Open Source Tea Party.

  • Dadurch kann der Markt ganz schön verzerrt werden


    Er würde total verzerrt werden, weil Leute die sich jetzt ihre Nischen-Musik aus dem Internet laden bekannt geben das sie auch Interesse an solche Musik haben. Auch würde total verzerrt werden das die neuste Trällersingle von XYZ in den zwei Wochen wo sie durchgehend im Kommerzradio läuft Millionenfach geladen wird.

    Die einzige Verzerrung die ich mal erkennen kann ist das enorme Höhen geglättet würden und die nicht beachteten Bereich in Erscheinung treten.


    ich sehe im Musikbereich vom Saturn so Hörstationen,


    Muss ich jetzt meine Musik beim Saturn kaufen, auch wenn keiner bei mir in der Nähe ist?


    Für Computerspiele gibts Demos, für Filme Trailer


    Wo meistens das Beste vom Besten gezeigt wird und wenn man sich nachher das gesamte Werk ansieht nicht wirklich viel mehr bekommt.


    Kinos, Videotheken


    Wo ich Geld ausgeben muss um mir meine Meinung zu bilden ob ich Geld ausgeben will?


    Fachzeitschriften mit Tipps und Rezensionen


    1) Kostet mich auch was ohne zu Wissen ob mir der Inhalt was bringt.
    2) Rezensionen und Tipps sind rein subjektiv, können mir als unter Umständen auch nichts bringen.


    dann bleibt mir halt noch das Risiko wie bei allen anderen Sachen des täglichen Lebens, wo sich herausstellt, dass mir das Schnitzel in diesem Restaurant doch besser geschmeckt hat als in jenem anderen...


    Nur Esse ich in meinem Leben nicht ein Schnitzel sonder viele. Ich habe also jederzeit die Möglichkeit kundzutun das ich das Schnitzel beim ABC total bäh finde, und es mir aber beim JKL viel besser schmeckt.
    Wenn ich eine CD mal gekauft habe, steht die im Regal (oder liegt im Mistkübel) und das wars, ich habe meine einzige Chance auf eine Bewertung positiv abgeschlossen, bevor ich überhaupt die Möglichkeit hatte zu Bewerten (und die einzige Möglichkeit einer 'negativen' besteht im nicht kaufen, was die Bewertung verhindert).
    Jetzt kann ich zwar in zig Foren und sonst wo verkünden das ich finde dass die CD unbrauchbar ist, wo wir dann aber wieder beim subjektiven Eindruck wären.

    Es gibt einfach keine Lösung die alle zufrieden stellt, aber es ist sinnhafter eine Lösung zu wählen die dem Großteil der Gesellschaft hilft bzw ihrem Verhalten entspricht, als eine zu wählen die wenigen Gewinn bringt.

    µC-Leitung

  • Mir ist immer noch nicht klar was ein Jahr Haft rechtfertigt. Der Betrieb eines Torrent-Tracker-Dienstes allein kanns ja nicht sein, bleibt nur noch übrig, dass sie sich nicht vom Vertrieb "illegaler" Inhalte distanzieren. Ok, das ist nicht gerade fein, aber gibts ein Gesetzt dagegen? Wie sieht das in Österreich aus, wäre TPB hierzulande legal? </naive_mode>


    -(-a → a)

  • Ohne Accounts ists halt schwierig, weil dann manche Fans vielleicht krampfhaft 100x das Lied von der Band vom besten Freund runterladen, aber das dürft wohl in den Millionen von Popstardownloads untergehn.


    Ganz zu schweigen von Bots, die einfach runterladen, was das Zeug hält. Wer mehr Bandbreite hat und daher mehr von sich runterladen kann, hat gewonnen, oder so...
    Außerdem regelt das immer noch keine Abwägungen, was jetzt etwas Wert ist und was nicht - und so wie jetzt schon Leute viele Filme und Musik auf ihren Platten haben, einfach um sie zu haben und nicht, um sie auch einmal zu nutzen (woher auch die Zeit dafür nehmen), wird dann auch niemand nachdenken und damit eine Wertung abgeben.

    na klar, und ich soll stunden in etwas investieren das ich auch viel schneller und viel bequemer haben kann? sicher nicht mit mir.
    mein musik modell:
    [...]


    Ein Handel sollte meiner Meinung nach auf dem Einverständnis beider Seiten beruhen - und durch Spenden oder Gegengeschäfte erwirbst du eben noch lange nicht das Recht, andere Dinge gratis zu erhalten.

    Er würde total verzerrt werden, weil Leute die sich jetzt ihre Nischen-Musik aus dem Internet laden bekannt geben das sie auch Interesse an solche Musik haben. Auch würde total verzerrt werden das die neuste Trällersingle von XYZ in den zwei Wochen wo sie durchgehend im Kommerzradio läuft Millionenfach geladen wird.

    Die einzige Verzerrung die ich mal erkennen kann ist das enorme Höhen geglättet würden und die nicht beachteten Bereich in Erscheinung treten.


    Wenn die Nieschen-Musik so toll ist, kann man doch auch für sie Geld ausgeben, oder? Und wenn man nicht soviel hat, muss man sich halt zwischen der tollen Nieschen-Musik und dem anderen entscheiden. Und wenn niemand die neueste Trällersingle von XYZ mag, warum wird sie dann gekauft und heruntergeladen?

    Muss ich jetzt meine Musik beim Saturn kaufen, auch wenn keiner bei mir in der Nähe ist?


    War nur als das mir bekannte Beispiel gedacht, es steht dir natürlich frei, die Möglichkeiten eines Händlers deiner Wahl zu nutzen.

    Wo meistens das Beste vom Besten gezeigt wird und wenn man sich nachher das gesamte Werk ansieht nicht wirklich viel mehr bekommt.


    Ja, klar, und bei allen anderen Produktbeschreibungen in Geschäften und Katalogen wird stets ausgeglichen über gute und schlechte Seiten des Produkts berichtet.

    Wo ich Geld ausgeben muss um mir meine Meinung zu bilden ob ich Geld ausgeben will?


    Information ist nunmal ein wertvolles Gut. Je genauer sie sein soll, umso aufwändiger wird es. Umgekehrt ist es auch ein Risiko des Händlers, wenn du nicht genug Information hast, um überzeugt zu sein, das Produkt zu wollen - es gibt aber im KSchG genaue Regeln, um dich als Konsumenten vor Falschinformation und Mangelverschweigung zu bewahren, aber beim Geschmack musst du dich halt darauf verlassen, was andere sagen und von dem Produzenten bisher gekommen ist. Das gleiche Risiko hast du ja auch bei einem Konzert, dass dir die Songs dort plötzlich nicht mehr gefallen.

    Nur Esse ich in meinem Leben nicht ein Schnitzel sonder viele.


    Sorry, schlechter Vergleich zwischen Ver- und Gebrauchsgut. Nehmen wir halt stattdessen einen Laptop. Die technischen Daten von den Gericom-Laptops sahen auch immer gut aus, aber ich hab so das Gefühl, dass mir die meisten Leute zustimmen werden, wenn ich sage, dass mir ein ThinkPad lieber ist. Du kannst die Erfahrung jetzt selber machen oder dich auf Berichte verlassen, aber du kannst nicht einfach sagen, naja, der Laptop war am Ende doch nix, ihr kriegt kein Geld dafür (und vielleicht, um das materielle auszugleichen: ihr kriegt ihn auch zurück).

    Es gibt einfach keine Lösung die alle zufrieden stellt, aber es ist sinnhafter eine Lösung zu wählen die dem Großteil der Gesellschaft hilft bzw ihrem Verhalten entspricht, als eine zu wählen die wenigen Gewinn bringt.


    Es ist auch nicht geklärt, was bei dem anderen Modell jetzt wem Gewinn bringt, und ich habe einfach die Sorge, dass der Verlust für die Gesellschaft ist, dass "gute" Inhalte (d.h. solche, für die Menschen auch Geld bezahlen wollen) verschwinden werden zugunsten von über seltsame andere Kriterien besser bewerteten Inhalten.

  • Wie sieht das in Österreich aus, wäre TPB hierzulande legal?


    bin kein experte, aber nachdem österreich ein anderes urheberrecht hat als schweden gibts da schon einige unterschieden.
    z.b. hat sich tpb bisher hinter dem schwedischen urhebrerechtsgesetz versteckt und sich geweigert, beanstandete torrents vom tracker zu entfernen.
    siehe: http://thepiratebay.org/legal
    das wäre meinermeinung nach in österreich nicht möglich.

    "All through my life I've had this strange unaccountable feeling that something was going on in the world, something big, even sinister, and no one would tell me what it was."
    "No," said the old man, "that's just perfectly normal paranoia. Everyone in the Universe has that."

    &#128513;&#128514;&#128515;&#128516;&#128517;&#128518;&#128519;&#128520;&#128521;&#128522;&#128523;&#128524;&#128525;&#128526;&#128527;&#128528;&#128530;&#128531;&#128532;&#128534;&#128536;&#128538;&#128540;&#128542;&#128544;&#128545;&#128546;&#128547;&#128549;&#128552;&#128553;&#128554;&#128555;&#128557;&#128560;&#128561;&#128562;&#128563;&#128565;&#128566;&#128567;


  • Wenn die Nieschen-Musik so toll ist, kann man doch auch für sie Geld ausgeben, oder?


    Wo wir bei dem Problem sind, wo bekommst du die Nieschen-Musik her? Eine CD aus Amerika oder Japan importieren ist auch nicht gerade so das überding.


    Und wenn niemand die neueste Trällersingle von XYZ mag, warum wird sie dann gekauft und heruntergeladen?


    Vlt. weil man einfach von dem blöden Zeug nur zugedröhnt wird bis die psychische Wirkung "mir geht das Lied nicht mehr aus dem Kopf" einsetzt und man sich dann das Zeug kauft?



    Die technischen Daten von den Gericom-Laptops sahen auch immer gut aus, [...]


    Unterschied ist das du Garantie hast und einen 'benutzten' Laptop auch leicht umtauschen kannst als eine CD.


    [...]ich habe einfach die Sorge, dass der Verlust für die Gesellschaft ist, dass "gute" Inhalte (d.h. solche, für die Menschen auch Geld bezahlen wollen) verschwinden werden [...]

    Ich hätte kein Problem damit wenn 'Lieder' wie Schnappi oder Crazy Frog verschwinden würden.

    µC-Leitung

  • Unterschied ist das du Garantie hast und einen 'benutzten' Laptop auch leicht umtauschen kannst als eine CD.

    Wo kann man bitte benutzte Laptops umtauschen? Hast du schon Mal ein Gericom Notebook (oder ein technisches Produkt einer anderen Firma gekauft) und alle paar Wochen es in Reparatur schicken müssen weil es nicht geht (Motherboard wieder Mal eingegangen ist, das DVD Laufwerk nichts mehr lesen oder brennen kann,...) und dann manchmal Monate lang warten bis du es wieder hast? Sprich das Gerät in Summe länger beim Hersteller oder am Weg zu/ von ihm ist, als bei dir, und du es zum täglichen Arbeiten brauchst?

    Bemerkung am Rand zu dem Thema: Ich habe vor paar Monate auf meine Grafikkarte und das sie repariert wurde, auch 2,5 Monate warten können (und habe von Peluga erfahren, dass ich das einschicken auch noch zahlen darf!). Das erste (und einzige) Gericom Notebook meines Vaters war auch mehr als 10 Mal in Reparatur, mehr unterwegs als bei ihm, und geht bis heute nicht einwandfrei. Gleiches mit meiner HDTV Kamera (nie wieder Sony!) die mehrfach in Reparatur war, und es statt besser immer schlechter wurde, und schlussendlich es hies "naja bei dem Modell gibt es halt die Tonprobleme, und haben ständiges rauschen, ist halt so normal, können ja nichts dafür" (und das bei einem Preis von mehr als 2000 Euro ohne Zubehör die man braucht wie Akku, Objektive, Stativ,... das man auch von Sony kaufen "darf").

  • Sorry, schlechter Vergleich zwischen Ver- und Gebrauchsgut. Nehmen wir halt stattdessen einen Laptop. Die technischen Daten von den Gericom-Laptops sahen auch immer gut aus, aber ich hab so das Gefühl, dass mir die meisten Leute zustimmen werden, wenn ich sage, dass mir ein ThinkPad lieber ist. Du kannst die Erfahrung jetzt selber machen oder dich auf Berichte verlassen, aber du kannst nicht einfach sagen, naja, der Laptop war am Ende doch nix, ihr kriegt kein Geld dafür (und vielleicht, um das materielle auszugleichen: ihr kriegt ihn auch zurück).


    Oja, klar geht das. Bei Fernabsatzgeschäften hast du ein 2wöchiges Rücktrittsrecht, eben um nicht die Katze im Sack kaufen zu müssen. CDs, Videogames und Filme sind da aber wegen der Kopier"gefahr" ausgenommen, afaik (bzw nur originalverpackt retournierbar)

    Was imho das Kernproblem der Sache ist, ist dass eigentlich niemand die Labels für (mittlerweile weitgehend unnötige) Vertriebsnetze bezahlen will. Wenn ein Künstler gute Musik macht bin ich gern bereit ihm dafür Geld zu geben - wenn er aber von einer CD für 15€ nur 2€ sieht dann stimmt meiner Ansicht nach das Verhältnis nicht.
    Die Aktion von (wenn ich mich grad nicht täusche) Radiohead fand ich äußerst interessant. Die haben ein neues Album zum Download angeboten und jeder durfte dafür zahlen was er will (auch nix). Unterm Strich sind sie auf 3 Pfund pro Download gekommen, was wesentlich mehr ist als sie beim CD-Verkauf kriegen - und da sind die Gratissauger schon einberechnet. Sagt für mich viel drüber aus, wer bei CDs die Hand aufhält.
    (Zahlen ohne Gewähr, aber so ca. hab ichs in Erinnerung)


    Was das Urteil zur Piratebay angeht würd ich da mal nicht zu viel drauf geben. Laut heise wollen eh beide Parteien bis vors Höchstgericht, und so lang wird die Entscheidung glaub ich nicht halten. Denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass sie dann generell Suchmaschinen verurteilen müssten, schließlich findet man dort auch illegales Zeugs. Wie viel man davon findet ist unwesentlich - wenn ich in meinem Supermarkt nur eine Nische mit Hehlerware hab statt dem ganzen Supermarkt voll ist das auch immer noch eine Straftat.

  • Was imho das Kernproblem der Sache ist, ist dass eigentlich niemand die Labels für (mittlerweile weitgehend unnötige) Vertriebsnetze bezahlen will.

    ... Radiohead .. jeder durfte dafür zahlen was er will (auch nix) ... 3 Pfund pro Download,


    Ja, das hab ich weiter oben gemeint mit flexibel sein.

    Es gibt von den NIN afaik jetzt auch die Möglichkeit, Alben gratis runterzuladen (oder teile davon) - und danach eventuell Limited Editions zu kaufen (sind dann oft CD/DVD/Vinyl Kombinationen).

    War ja bei Radiohead nicht anders angedacht, es gab dann eine Limited Edition von In Rainbows mit Vinyl + CD + Extras (und ich hab zwei davon gekauft! ha! :D)

    scheitern als chance

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